Ethan Freemans Zwei-Zimmer-„Höhle“
Elmsbüttel: Der Musical-Darsteller wohnt im Souterrain eines Altbauhauses.
„Hier unten bin ich, im Keller“, ruft es Besuchern beim Betreten des moosgrün gestrichenen Althaus in Elmsbüttel entgegen. Im Souterrain des Hauses in einer ruhigen Seitenstraße hat Musical-Darsteller Ethan Freeman seine „Höhle“ gefunden, wie er sagt.
Als Mozarts Vater Leopold steht der 42- jährige seit September in acht „Mozart“ – Aufführungen pro Woche auf der Bühne der neuen Flora.. Es ist sein zweites Engagement in Hamburg. „Wenn ich nach der Show abends nach Hause komme, habe ich schon gerne meine Ruhe – obwohl wir Theatermenschen selten vor 2 Uhr im Bett sind. Das ist ein ganz anderer Tagesrhythmus“, so Freeman. Da passt es gut, dass seine Freundin Monika Dehnert ebenfalls von Fach ist. Sie spielt im Bremer Musical „HAIR“, pendelt mit dem Zug zwischen den Städten.
Im Flur vor der Zweizimmerwohnung stehen noch Umzugskisten, das Parkett ist frisch verlegt. „Unser erster gemeinsamer Umzug“, sagt Freeman, der seine verschiedenen Städte und Wohnungen schon nicht mehr mitzählen kann. Im nächsten Monat werden es 20 Jahre, dass der gebürtige New Yorker nach Europa kam. An der Hochschule für Musik und Darstellende Künste in Wien setzte er sein an der Yale University begonnenes Musikstudium fort. Mehr als 1000-mal spielte er die Titelrolle in „ Das Phantom der Oper““, in Wien London und Toronto. Freeman war unter anderem das Biest in Disneys „ Die Schöne und das Biest“, Javert in „Les Miserables“, 1987 Gus/Growltiger in der Hamburger Produktion von „Cats“ und der Hauptdarsteller in „Jekyll &Hyde wofür er 1999 von der Zeitschrift „Musicals“ als Darsteller des Jahres geehrt wurde. Schon in Bremen wohnte er in einem Altbau- Souterrain, zur Untermiete bei einer Malerin. Von ihr kaufte Freeman einige Bilder. „Die meisten der Sachen sind von mir, einige von Monika und der Rest von „Ikea“ bekennt er. Wie das Bücherregal „Billy“ im Wohnzimmer“ Doch nicht schwedische Einzelstücke dominieren so wie das rotsamtene geschwungene Sofa. Freeman: “Das habe ich im Londoner Stadtteil Soho anfertigen lassen, daran hänge ich sehr.“ Weil es nicht durch die Wohnzimmertür passte, musste es das Künstlerpaar vom Schlafzimmer in den Garten und von dort aus ins Wohnzimmer tragen. Auch das blaue Küchenregal ist aus London, ebenso wie die vielen goldgerahmten Spiegel oder der Tisch mit den gewundenen Metallbeinen. Doch auch Hamburg hat schon Einzug gehalten. Freeman: „Die glänzend roten Vorhänge sind aus Saristoff aus dem Schanzenviertel, das silberne Flaschentablett stammt aus einem afghanischen Geschäft am Grindel.“
Nur im Garten („Ist doch fast wie ein Cottage“) muss noch Hand angelegt werden. Darauf freut sich Freeman: „Ich kann mir gut vorstellen, länger in Hamburg zu bleiben. Die Stadt ist fantastisch“.