BLUE NIGHT IN BREMEN
Ethan Freeman singt Jazz

Diese Ankündigung lockte am Sonntag den 10. Juni 2001 auch noch zu
später Stunde
( 22:00 ) ca. 200 Fans, Freunde & Kollegen von Ethan Freeman sowie auch
einige
Musical,- und Jazzliebhaber ins Musicaltheater am Richtweg.
Unabhängig davon will ich hier meine eigenen Eindrücke schildern und
muss dazu
gleich zu Beginn gestehen das ich alles andere als ein Jazz Experte
bin. Aber
davon ausgegangen das ich jede Art von gut gemachter Musik schätze,
wurde uns
wirklich tolles geboten.
Dann, nach etwa einer Stunde kam mit dem 6. Titel Ethan selbst auf die
Bühne und
gab seinen sängerischen Einstand mit dem Song "Nothing for me, but to
love you"
Es war toll Ethan einmal ganz anders zu hören, ohne die großen,
wuchtigen Töne
der modernen Musicals, sondern einmal mit sanften, leisen Klängen.
Ethans Stimme
hat dabei nichts von ihrer faszinierenden, fesselnden Wirkung verloren,
eher
noch dazu gewonnen denn es war speziell deshalb so spannend mal keinen
Jekyll
oder Hyde, keinen Javert und kein Phantom oder Biest zu sehen sondern
nur Ethan
selbst. Und diese persönliche Note krönte Ethan mit einem Einblick in
seine
eigenen Werke, denn schon der zweite Song war von ihm selbst verfasst
worden.
Ein Stück mit den Titel "In the dark" zu dem er beim letzten
Strandurlaub auf
der spanischen Insel Formentera inspiriert wurde ( schön zu wissen,
dass sich
Ethan zur Zeit als dies geschrieben wird dort wieder erholt ).
Ethan sang seine Songs manchmal alleine mit der Band, manchmal aber
auch
zusammen mit Kühn oder Brönner, so z.B. "When sunny gets blue" mit
Klarinettenbegleitung. Nach diesem Titel schickten uns alle 3 zusammen
in die
Nacht und in die Pause, in der ich persönlich mehr begeisterte als
skeptische
Stimmen zu hören bekam. Die zweite Hälfte vergang dann auch wie im
Flug. Till
Brönner stellte an der Trompete seine "Secret Love" vor und Ethan begab
sich mit
dem Musicaltitel "Old Devil Moon" back to the roots ( schließlich
basieren die
meisten traditionellen Musicals auf Jazz Elementen ).
Ein ausführliches Interview mit Ethan und Till Brönner findet hier
hier:
www.musicals-unlimited.net
Vielen Dank an Kirsten Dannemann für die bereitstellung der Fotos

Sicher gab es viele verschiedene Erwartungen an dieses Konzert und so
gingen
auch nachher die Meinungen auseinander. So haben sich die
eingefleischtesten
Ethan Fans sicher mehr von ihm gewünscht ( das erste Lied stimmte er
erst gegen
23:00 Uhr an ).
Ethan gab dieses Konzert zusammen Rolf Kühn an der Klarinette ( + Band
) sowie
Till Brönner an der Trompete. Nach einer kurzen Einleitungsrede von
Theater
Direktor Rene Meyer Brede sowie einem Opener der Band, begangen die
beiden
Musiker ihr Repertoire zu presentieren und konnten damit schnell das
Publikum
begeistern. Ich war zwar unwissend, dafür aber sehr neugierig und so
ließ ich
mir erklären dass die beiden zu den lebenden Legenden und seit langer
Zeit
führenden Größen im Jazz gehören. Dies war für mich leicht
nachzuvollziehen, es
war faszinierend den beiden zuzusehen und zu hören und schon nach
wenigen
Minuten war allgemeines Fußwippen zu beobachten und das leicht
mitswingende
Publikum ließ sich oft zu lautstarkem Spontanapplaus verführen. 


Kühn und Brönner spielten abwechselnd ihr Programm aus heißen Jazz auf
hohem
Level mit vielen Standarts wie z.B. "Bye Bye Black Bird", aber auch
aktuelle
Stücke wie z.B. den Titelsong der neuen Kühn CD "Freaky Eyes". Daneben
gabs
amüsante Spielereien und Improvisationen wie z.B. die schnellste
Version des
"Flintstone" Theme Songs.
Nach dem Titel "Beware my foolish heart", wo Ethan für seine
kraftvollen
Stimmeinsätze großen Applaus erntete verabschiedeten sich die 3
Topmusiker kurz
vor 1 Uhr nachts mit dem Titel "Just friends" vom Publikum. Bei diesem
Lied
zeigten alle Ihr Können nochmal mit tollen Soloeinsaätzen und
überzeugten
vorallem durch ihr gekonntes Zusammenspiel. Müde, aber von einem
gelungenen
Abend schwer begeistert, ging man nun nach Hause mit der stillen
Hoffnung das
dies nicht Ethans letzter Ausflug ins Jazzfach war. Es war sehr
spannend mal was
Neues kennenzulernen und Ethan einmal in einem intimen Rahmen ganz
anders zu
erleben. Es bleibt zu hoffen das sich dieses Projekt wiederholt, oder
das man
es sogar mal auf CD verewigen kann. 